Hilligenhuesken

Die restaurierungsbedürftigte Kapelle (Schutzengelstation) von 1899

wurde im Jahre 2009 restauriert und von der Borghorster Straße auf

das Gelände des Heimatvereins gestellt.

Von der ursprünglichen Besitzerfamilie gab es keine Nachfahren mehr

und somit hat der Heimatverein dieses Denkmal übernommen.

„Wachet und betet,/ denn ihr wisset / weder den Tag/noch die Stunde,/
wann der Herr / kommen wird.“ Diese Inschrift nach Matthäus 25,13

steht auf dem Sockel des Standbildes, das vom Altenberger Bildhauer
Franz Feigeler geschaffen wurde und an einen tragischen Unglücksfall
erinnert, der sich am 29. August 1899 ereignete.

Hier die Erzählung:


Drei Geschwister, nämlich ein Bruder und zwei Schwestern Darup vom historischen Pröbstinghof in Nordwalde waren am Morgen mit dem Bräutigam der jüngeren Schwester im Landauer zum Besuch ihres Onkels Schulte Lutum nach Coesfeld gefahren, dessen Hof das Brautpaar nach seiner bevorstehenden Hochzeit im
Herbst übernehmen sollte. In fröhlicher Stimmung traten sie am Nachmittag die
Heimfahrt über Billerbeck und Altenberge an.

Wie der damalige Lehrer Johannes Demming in der Schulchronik unter dem
Kapitel „Besondere Ereignisse in der Gemeinde Altenberge“ berichtete, „wurde
bei der oberen Brauerei (spätere Brennerei Beuing) das Pferd des Gutsbesitzers Darup aus Nordwalde scheu“. Auf der vor dem Ausbau ziemlich abschüssigen Borghorster Straße war der Wagen, dessen Bremsen versagt haben sollen, ins
Rollen gekommen. Dabei schlug der Schwengel dem Pferd an die Hinterbeine,
so dass es völlig verschreckt den Hügel hinuntergaloppierte.

Der Bräutigam, der neben seiner Braut auf dem Bock saß, riss mit aller Kraft an
den Zügeln, um das Pferd zum Stehen zu bringen, und der schleudernde Wagen
drohte umzustürzen. Der Bruder, der mit der anderen Schwester im Fond des
Wagens saß, sprang mutig heraus und landete glücklich auf festem Boden. In
ihrer großen Angst sprang auch die Schwester trotz der Warnrufe des Kutschers
in der Nähe der unteren Brauerei (später Firma Grotemeyer) aus dem Wagen.
Dabei stürzte sie so unglücklich, dass eine lange Ziernadel ihres Sommerhutes
durch ihre Schädeldecke drang und sie so schwer verletzt hatte, „dass sie inner-
halb einiger Minuten den Geist aufgab“, wie es in der Schulchronik heißt.
Laut Nordwalder Totenregister ist die Verunglückte Bertha Darup am
29. August 1899 um 7 Uhr abends gestorben.

Zur Erinnerung an dieses tragische Geschehen ließ die Familie Darup an der Unglücksstelle eine Statue errichten. Ein junges Mädchen kniet Schutz suchend
vor einem Engel, der ihm in der rechten Hand ein Kreuz entgegenhält. Eine solche
Darstellung ist an den Wegen des Münsterlandes äußerst selten zu sehen.

Die in der Nähe wohnende Familie Fastermann hat über 100 Jahre das Standbild, das nach dem Ausbau der ehemaligen B 54 die Straßenseite gewechselt hatte, dankenswerterweise in Ordnung gehalten. Der Heimatverein hat die Statue
nach gründlicher Restaurierung durch Bernd Steinkamp in einem kleinen Fachwerkhäuschen aufstellen lassen, wo sie vor Wind und Wetter geschützt ist.

Am Sonntag, dem 14. Juni 2009 erhielt sie nach dem Hochamt von der Geistlichkeit beider Kirchen den Segen.



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